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Jetzt mal…

Oktober 12, 2008

…..was über den 4.10. Da haben wir ein Konzert von Live From Las Vegas, Niila und dem Songwriter Chris im Nexus Braunschweig organisiert. Es war nicht das erste Konzert, das wir generell organisiert haben, aber das erste mit hobbymusik.
Chris war ziemlich minimalistisch mit Sebastian am Cajón.
Sie hielten sich nah an die Aufnahmen, die bald rauskommen, wo David Dasenbrook Schlagzeug spielt.
Die Songs hatten so viel Platz, vielleicht wäre es interessant gewesen, wenn Chris sie ganz alleine gespielt hätte.
So konnte man aber die Struktur auf der Platte ganz gut nachvollziehen. Chris spielte unaufgeregt gegen ein stetiges Gelaber im Publikum an, es ist immer das Gleiche.
Wenn einer mal leise Musik macht, fangen alle an zu reden.Chris’ Stimme klang ziemlich nah und persönlich, manchmal etwas agressiv-gepresst. Seinen Songs gingen kurze Erklärungen voran, kurze Hinweise auf seine Botschaften.
Niila sind erwachsen geworden, meinte David, und es ist die Frage, ob es nur gut so ist. Es ist halt anders. Niila haben jetzt nicht mehr diese Fragilität und Verschrobenheit. Es ist eher ein breitwandiger Sound, Daniel Hirschligaus Stimme ist jetzt mehr eingebettet, sie muss keine eigene Spur mehr erzeugen. Das liegt vor allem an Simons zweiter Gitarre. Die Frage nach einem Blick zurück ist aber nicht wichtig. Wir kennen ja die Niila von früher, jetzt ist Platz da für die neuen.
Im Moment kann man aber schwer etwas über Niila schreiben, ohne etwas über die neue Version von ihrem Song „Ein Guter Grund“ zu sagen. Niila haben so einen Wettbewerb der Zeitschrift von diesem Onkel Sally oder so gewonnen und durften zur Belohnung ein paar Tage im Studio des professionellen Produzenten Claus Grabke abhängen.
Das Ergebnis ist erst mal beeindruckend. Der Song beginnt mit einer hallenden Rückkopplung, ein bisschen wie bei „It’s All To Much“ vom Yellow Submarine-Soundtrack. Das trägt sich eine Zeit lang über eine Menge Gitarrenspuren.
Dann croont Daniel Hirschligau, mit einem Text über Autos in der Nacht, bis die Gitarren wieder kommen. Hier fängt das Problem an: Das Ganze ist ein bisschen dick aufgetragen. Sicher ist so ein Eingriff wie die Gitarrenrückkopplungen als Trick von einem Produzenten interessant. Was Phil Spektor mit den Let It Be-Aufnahmen gemacht hat – hier mal so als prominentes Beispiel – das war schon eine coole Frechheit.
Ob das aber bei Niila und Claus Grabke so ist, ist so eine Sache. Es ist da hilfreich, sich mal das Making-Of auf Niilas Myspace anzuschauen. Hier sieht man Claus Grabke in Action, wie er eine Menge guter Ratschläge auf Lager hat. Besonders aufschlussreich ist eine Sequenz am Schluss. Grabke: „Ich denke, ich bin echt zufrieden mit dem Ergebnis (…) Weil ich doch das Gefühl habe, wenn ich den Song höre, erkenne ich euch da nach wie vor wieder. Ich bin trotzdem der Meinung, dass wir das Ding ganz schön auf Vordermann gebracht haben.“
Er hätte genauso gut sagen können: „Ich erkenne euch da nach wie vor wieder. Aber ich erkenne vor allem mich selber wieder und das finde ich gut.“
Das ganze ist ein bisschen wie Gary und Kurt Ebelhäuser von Blackmail. Gary klangen danach ziemlich nach… Blackmail.
Es ist eben die Frage, ob eine Band wie Niila einen Profi wie Grabke nötig hat, der ihnen sagt, wo es lang geht. Wir als passionierte hobbymusiker sagen da natürlich „nein“, Niila sind für sich genommen voll zurechnungsfähig und haben sowas nicht nötig.
Interessant ist dieser Prozess aber schon.

Niila

Niila


Live from Las Vegas, die letzte Band am 4.10., pflegten da einen anderen Umgang mit ihren Vorbildern. Mit halb ernst gemeinten Verkleidungen nahmen sie The Who lässig auseinander. Ihre Bühnenshow war dabei so gut wie ihre Songs. So ein lässiges Geschrappel, zusammen mit geisteskranken Moves.
Dabei war ungefähr die Hälfte ihres Sets geklaut von ihrer Vorgängerband The Verzerrer Schnitzel. Schön wieder zu hören, aber ihre neuen Songs waren irgendwie spaßiger. Sie haben jedenfalls ziemlich geschwitzt und sich cool zum Horst gemacht. Und sowohl der brutale Ganzkörperanzug von Simon Begemann als auch die übertriebene Moduniform von Tim Raupach waren ziemlich schick. Die dürfen gerne mal wiederkommen.
Julian

Chris 4.10.08

Chris 4.10.08

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